Die dunkle Seite des US-Imperiums

Als dem großen Erzähler Mark Twain gegen Ende seines Lebens nicht mehr zum Lachen war, wollte sein Publikum das nicht hören. Seit ihn die Zeitung „Alta California“ 1866 für eine Reportage auf die damaligen Sandwich-Inseln, das heutige Hawaii, geschickt hatte, liebten die Amerikaner den Satiriker und Spaßmacher, der Sitten und Gebräuche der Eingeborenen ungeniert verspottete – so auch als er später die erste US-amerikanische Reisegruppe auf einer Tour durch das alte Europa begleitete.

Dessen „kultivierte Barbaren“ und ihre Gebräuche waren für Twain kaum weniger exotisch als die Bewohner Hawaiis – und in seinem berühmt gewordenen Reisebericht „The Innocents Abroad“ (Die Arglosen im Ausland) ließ er es Spott nicht fehlen.
Von Palästen und Prachtbauten fühlte er sich als überzeugter Demokrat abgestoßen, Kathedralen, Kunst und Kirchenprunk des alten Europa lehnte er als „nutzlosen Plunder“ ab, der zur Unterstützung der Armen besser verkauft werden sollte.

Und für die „schreckliche deutsche Sprache“, die er zu lernen versuchte, verfasste er einen Katalog von Verbesserungsvorschlägen („Zuallererst würde ich den Dativ abschaffen!“).
So naiv-satirisch Twains Vorschläge daher kamen, so ernst waren sie letztlich gemeint: Dass allein die Segnungen des modernen, pragmatischen Amerika der rückständigen Menschheit aufhelfen, konnten war für ihn vollkommen selbstverständlich.

Spätestens mit der amerikanischen Eroberung der Philippinen (1899) aber wandelte sich der humorige Weltenbeglücker und Prediger des amerikanischen Fortschritts zu einem radikalen Kritiker seines Landes…..zum Artikel

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